Heimkino Lexikon: Surroundformate und Zertifikate

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Dolby Digital, auch als Dolby AC-3 bekannt, ist ein digitales Kinotonformat. Es arbeitet mit maximal 5.1 Kanälen - den beiden Frontkanälen links und rechts, den beiden Surroundkanälen hinten links und hinten rechts, einem Centerkanal und einem zusätzlichen LFE-(Low Frequency Effects) Kanal. Die erstgenannten fünf werden im vollen, hörbaren Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hz jeder für sich gespeichert. Der LFE-Kanal ist für die Unterstützung ultimativer Tieftongewitter in Filmen gedacht und hat dementsprechend nur einen Frequenzgang von 20 bis 120 Hz. Fast alle DVDs und viele NTSC-Laserdiscs besitzen eine Tonspur mit Dolby Digital-Ton. Ein Dolby Digital-Decoder kann aus diesem solchen Bitstrom die einzelnen Kanäle wieder restaurieren.

 

 

Das neue “Dolby Digital EX”-Logo belegt, dass 6.1-Abmischungen auf Basis von 5.1-Dolby-Digital-Soundtracks optimal decodiert werden können. Dolby hat hierzu eine eigene Surround-Matrix entwickelt, die in diesem Gerät implementiert ist.

 

 

Dolby Pro Logic II ist als Nachfolger des analogen Surround-Verfahrens Dolby Pro Logic mit zahlreichen Verbesserungen konzipiert. Es stellt einen hochentwickelten Algorithmus bereit, um ein realistisches räumliches Klangbild mit bis zu 5.1 Kanälen aus praktisch allen Stereo-Aufnahmen zu erzeugen.
Um dieses Ziel zu erreichen, bedient sich Dolby Pro Logic II zweier Betriebsarten.

Im "Cinema"-Modus lassen sich Kinohits auf VHS, DVDs mit Pro-Logic-Filmmaterial oder Fernsehausstrahlungen im Pro-Logic-Format in einer 5.1-ähnlichen Qualität genießen. Weltweit wurden bis heute mehr als 6000 Pro-Logic-Titel alleine im Spielfilmsegment abgemischt, die sich nun dank Pro Logic II in ungeahnter Qualität reproduzieren lassen.

Der "Music"-Modus wurde dagegen speziell auf die Anforderungen von 5.1-Musik-Reproduktion entwickelt. Im Gegensatz zum alten Dolby Pro Logic ist hierbei KEIN Surround-codiertes Material für ein optimales Ergebnis erforderlich. Pro Logic II arbeitet rein wiedergabeseitig. Damit eignet sich das Verfahren gleichermaßen ideal für alle Stereoquellen wie z.B. Musik-CDs. Dabei profitiert das neue 5.1-Musik-Erlebnis von der stabileren räumlichen Abbildung der Pro Logic II-Technik.

 

DTS ist ebenso wie Dolby Digital ein diskretes Mehrkanaltonformat. Es unterscheidet sich von Dolby Digital durch den Einsatz einer höheren Datenrate, wodurch potentiell ein Qualitätsgewinn möglich ist. Im Heimbereich wird DTS sowohl auf CD, Laserdisc und auf DVD eingesetzt. Um den Scheiben den 5.1-Sound zu entlocken, muss der Digitalausgang des CD-, Laserdisc- oder DTS-tauglichen DVD-Players mit einem DTS-Decoder, wie er heute in allen A/V-Receivern und –Verstärkern zu finden ist, verbunden werden.

 

DTS-ES ist ein neues digitales Multikanalformat von Digital Theater Systems, Inc. Es ist abwärtskompatibel zu dem konventionellen DTS-Format, beinhaltet jedoch Surround-Signale, die eine bessere 360°-Ortbarkeit und ein ausgeweitetes
räumliches Erlebnis ermöglichen. Die kommerzielle Nutzung von DTS-ES in den Kinos begann im Jahre 1999.
DTS-ES beinhaltet zusätzlich zu den existierenden 5.1- Kanälen FL, FR, C, SL,SR, und LFE einen Surround Back (SB)-Kanal. Man unterscheidet nach der Art der Signalspeicherung zwei verschiedene DTS-ES-Varianten:

DTS-ES Discrete 6.1
Das im Juni 2000 vorgestellte Discrete 6.1 speichert alle 6.1 Kanäle, inklusive des hinteren Surround Back, völlig unabhängig voneinander. Diese konsequente Lösung vollständig getrennter Kanäle ermöglicht erstmals eine vollkommen freie Gestaltung der Inhalte der drei Surround-Kanäle SL, SB, SR. Soundtracks, die nach diesem Verfahren aufgenommen wurden und mittels eines DTS-ES-Decoders wiedergegeben werden, erreichen so ein Maximum an Räumlichkeit und Präzision. Selbst wenn solche Aufnahmen über herkömmliche DTS-Decoder wiedergegeben werden, so gehen die Informationen des Surround Back nicht verloren, sondern liegen dann in den Kanälen SL und SR immer noch vor.

DTS-ES Matrix 6.1
Das von DTS entwickelte ES-Matrix-Processing erzeugt den 6.1-Effekt durch Gewinnung des Surround-Back-Signals aus dem linken und rechten Surroundkanal. Im Gegensatz zu anderen Prozessoren, die eine herkömmliche “Logic”-Decodierung benutzen, um den Surround-Back von der 5.1-Aufnahme zu extrahieren, wird hierbei der professionelle DTS-ES-6.1-Matrix-Decodierungs-Algorithmus verwendet, wie er in mit DTS-ES ausgestatteten Kinos angewendet wird.

Bislang war die exzellente Qualität einer 24-Bit, 96-kHz-Aufnahme bei der DVD-Video-Disc auf ausschließlich zwei Kanäle beschränkt. Zudem sorgt der enorme Platzbedarf einer üblichen PCM-Aufnahme dafür, dass die Bildqualität weit unter dem liegt, was man üblicherweise von einer DVD erwartet. Beim neuen DVD-Audio-Format lassen sich zwar bis zu 6 Kanäle in der angestrebten Auflösung von 24-Bit, 96-kHz abspeichern, allerdings unter Verzicht auf bewegte Bilder, lediglich Standbilder lassen sich abspeichern. Das neu entwickelte DTS-96/24-System hingegen basiert auf dem gängigen DVD-Video-Standard und bietet nicht nur 24-Bit, 96-kHz-Qualität bei 5.1-Aufnahmen sondern auch der Platzbedarf ist moderater als der bekannte PCM-Ton. So ist DTS 96/24 in der Lage, auf der herkömmlichen DVD-Video-Disc 5.1-Sound in 24-Bit, 96-kHz-Auflösung zu liefern, ohne dass die Bildqualität darunter leidet. Um in den Genuss dieser Klangqualität zu kommen, benötigen Sie neben dem vielleicht bereits vorhandenen DVD-Video-Player einen entsprechenden DTS-96/24-Decoder.
Dank der Rückwärtskompatibilität lassen sich DTS 96/24-Aufnahmen auch mit herkömmlichen DTS-Decodern wiedergeben, allerdings nur in maximal 24-Bit, 48-kHz-Auflösung.

 

 

 

 

Zusätzlich zum bekannten THX-Cinema-Modus in THX-Ultra-Verstärkern bringt das jüngste Zertifikat von Lucasfilm vor allem in 7.1-Kanalsystemen deutlich hörbare Vorteile. Bei DVD-Filmen mit herkömmlichem 5.1-Ton erzeugt die im Ultra2-Cinema-Modus zugeschaltete Matrix die Signalanteile für die mittleren Effektkanäle. Der THX-Music-Modus verbessert die Klangqualität bei 5.1-Kanal-Musikscheiben, die dann auch über ein THX-Lautsprechersystem mit Dipolen als Surroundboxen und angeordnetem 7.1-Setup glaubwürdig wiedergegeben werden können. Verglichen mit THX Ultra stellt THX Ultra2 außerdem höhere technische Anforderungen an alle Baugruppen.

 

 

 

Komponenten, die ein THX Ultra-Zertifikat tragen, verfügen nicht nur über Korrekturschaltungen (siehe „Lucasfilm Home THX Cinema“), sie müssen auch eine Reihe von Qualitäts- und Leistungstests bestehen. Damit ist das THX Ultra-Logo Ihre Garantie, dass Sie mit einem solchen Gerät eine hochwertige, leistungsstarke A/V-Komponente erworben haben, an der Sie viele Jahre Freude haben werden. Der THX Ultra- Anforderungskatalog deckt mit seinen Hunderten von Punkten jeden erdenklichen Aspekt ab, von der Vorstufe bis hin zur Endstufe und der Bedienung des Gerätes.

 

 

 

Neben der aufwändigen THX-Ultra-Zertifizierung gibt es noch eine kleinere Variante, die sogenannte THX-Select-Lizenz. Aufgrund der erheblich geringeren Anforderungen sind THX-Select-Produkte deutlich günstiger als solche, die das begehrte Ultra-Gütesiegel tragen.

 

 

 

THX-Surround-EX wurde gemeinsam von Lucasfilm und den Dolby Laboratories entwickelt (siehe auch “Dolby Digital Surround EX“), um den räumlichen Eindruck zu verstärken und ein einheitliches 360°-Klangpanorama zu schaffen. Großen Wert wurde dabei auf die Kompatibilität mit dem existierenden Dolby-Digital-Verfahren gelegt.
Der neue “Surround-Back (SB)-Kanal” wird daher in den Daten für das 5.1-Format unter Benutzung von Dolbys Matrix-Technologie versteckt. Der Hauptvorteil dieses 6.1-Kanal-Systems liegt neben der Kompatibilität in der exakteren Positionierbarkeit im Surroundbereich, was sich insbesondere bei lückenlos kreisenden Effekten und fließenden Übergängen bemerkbar macht (360°-Panorama).
Damit der hintere Surround-Back-Kanal eine stabile akustische Basis bekommt, wird er bei THX Surround EX-Geräten grundsätzlich über zwei Surround-Back-Lautsprecher wiedergegeben. Deshalb spricht man in Verbindung mit THX Surround EX auch von 7.1-Technik, wobei die Software grundsätzlich 6.1 ist, lediglich die Wiedergabe ist hier 7.1. Dabei kommt aus den beiden rückwärtigen Lautsprecher ein identisches Signal, welches sich aber getrennt einpegeln und laufzeitoptimieren lässt. Dies ist besonders wichtig bei einer unsymmetrischen Aufstellung der Surround-Back-Lautsprecher hinter der Sitzposition.
Produkte mit THX Surround EX müssen nicht zwingend über alle nötigen 7.1 Endstufen verfügen, lassen sich aber über entsprechende Vorverstärkerausgänge mit externen Endstufen upgraden.